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Neue Erkenntnisse
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Achtung:Große Vereinfachung (7.2.2008): W/P-Konsensieren nicht mehr erforderlich!

KONSENSIEREN ist von nun an gleichbedeutend mit W-Konsensieren:

Die Bewertung mit Widerstands-Stimmen hat uns früher zu der Meinung verführt, die Lösung mit dem geringsten Widerstand könnte gleichzeitig die bequemste, anspruchloseste und konservativste, der „kleinste gemeinsame Nenner“, eventuell ein fauler Kompromiss sein. Deshalb haben wir von Beginn an das relativ aufwändige W/P-Konsensieren entwickelt.

Unsere praktischen Versuche und Überlegungen im letzten Halbjahr haben jedoch eine erfreuliche Erkenntnis gebracht:

Wenn eine Gruppe eine Aufgabe lösen soll, ein Problem auf sich zukommen sieht oder einen Interessenkonflikt austragen muss, werden sowohl nachhaltige und dabei meist anspruchsvolle Vorschläge entwickelt, als auch bequemere, dafür aber weniger zielführende. Das hängt ganz von der Zusammensetzung, Kreativität und Motivation der Gruppe ab. Die Leistungswilligen in der Gruppe, die das Problem aus der Welt schaffen wollen, werden sich gegen halbherzige Vorschläge wehren, wenn diese das Problem nicht wirklich anpacken. Es entsteht also Widerstand von zwei Seiten: Die Leistungswilligen lehnen die Leistungsverweigerung in anspruchslosen Vorschlägen ab und die Bequemen wehren sich gegen anspruchsvolle Vorschläge. Die Lösung, welche in Summe in der Gruppe die geringste Ablehnung auslöst, ist daher kein Kompromiss und im Allgemeinen auch nicht die bequemste. Ganz im Gegenteil: Beim herkömmlichen Mehrheitsprinzip wird eine anspruchsvolle Lösung nur dann durchgesetzt, wenn die Leistungswilligen allein in der Mehrheit sind. Beim Konsensieren wird die anspruchsvolle Lösung schon dann durchgesetzt, wenn die Leistungswilligen und jene, die nichts dagegen haben, gemeinsam in der Mehrheit sind.

W/P-Konsensieren ist daher überholt! Die Pro-Stimmen verleihen den Vorschlägen von Teilgruppen mehr Gewicht. Deshalb hängt auch da wieder die Qualität der konsensierten Lösung davon ab, ob die Bequemen oder die Leistungswilligen überwiegen.

Sicher ist, dass sich durch die Pro-Stimmen die bevorzugte Lösung vom Optimum des geringsten Konfliktpotenzials entfernt, das nur durch W-Konsensieren erreicht wird.

W-Konsensieren ist daher in Zukunft gleichbedeutend mit KONSENSIEREN.

 

 
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W-Konsensieren (6.2.2006):
Ursprünglich war im Verfahren vorgesehen die W-Stimmen jedes Beteiligten auf fünfmal die Anzahl der Vorschläge zu beschränken. Dadurch sollten alle Beteiligten gezwungen werden, sich die Verteilung ihrer W-Stimmen sehr genau zu überlegen um nicht in die Versuchung zu verfallen, allen Vorschlägen außer dem eigenen Traumvorschlag 10 W-Stimmen zuzuteilen (Die ursprüngliche Beschränkung auf 20 W-Stimmen im Menüpunkt " Ein Beispiel" war Folge dieser Strategie).

Wie die Erfahrung zeigt, ist diese Beschränkung nicht notwendig und auch in der Beschreibung des W-Konsensierens nicht mehr vorhanden. Stimmberechtigte begreifen nämlich auch ohne diese Forderung sehr schnell, dass sie ihre W-Stimmen sorgfältig verteilen müssen, wenn sie sich nicht selbst ihres Einflusses auf das Resultat berauben wollen, ungewollt unerwünschte Vorschläge fördern und sich dadurch selbst schaden.

 
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Neue Denkweise (30.11.2005):
Konsensieren erzeugt von selbst eine ganz andere Denkweise, als wir derzeit gewohnt sind. Im Sinne des SK-Prinzips ist nicht nur eine Wunschlösung zu entwickeln, sondern mehrere Lösungen, mit denen der jeweilige Autor zufrieden wäre. Dadurch identifiziert er sich bei Sachproblemen nicht mehr mit genau einer Lösung, für die er dann zu kämpfen bereit ist - und fühlt sich dann auch nicht als Verlierer, wenn "seine Lösung" nicht beschlossen wird.
Es braucht allerdings Zeit, bis man sich von den alten Mustern löst. So haben sogar wir in unserem ersten Seminar die Teilnehmer aufgefordert, zu einem gegebenen Problem jeweils eine Lösung zu entwickeln. Erst durch die Bemerkung eines Teilnehmers in der Abschlussdiskussion, der über den großen Widerstand gegen "seine Lösung" enttäuscht gewesen ist, und seine Bemerkung, er hätte sich noch andere Lösungen vorstellen können, ist uns klar geworden, dass auch wir noch immer in alten Bahnen denken.